Über das Leben und Sterben

Im folgenden Podcast erzähle ich über das Leben und Sterben und die schönen Erfahrungen damit:

Wenn Du Kontakt mit Deinen Verstorbenen/Ahnen haben möchtest, stehe ich Dir gerne zur Seite.

Vom Loslassen der Eltern.  Leben, Sterben, Jenseits

 

 

 

Diesen Blog möchte ich nun noch einmal einem sehr persönlichen Thema widmen. Vielleicht ist das Thema und der Umgang damit gerade interessant für dich.

 

 

 

Wie in meinem 1. Beitrag bereits geschrieben, ist mein Papa Anfang April auf die andere Seite gegangen.

 

Meine Eltern haben mir schon als Kind immer vermittelt, dass der Tod zum Leben dazu gehört. Und mal ehrlich, wenn wir es ganz nüchtern betrachten wollen, ist doch der Tod, das Einzige was wirklich sicher ist im Leben. Irgendwann müssen wir alle diesen Weg gehen, alles andere im Leben ist variabel.

Nun, ist es aber wirklich auch so einfach einen lieben Menschen gehen zu lassen?

Und hier bekommst du ein ganz klares NEIN von mir. Es schmerzt und es tut verdammt weh.

 

Ich hatte das Glück, dass ich mit meinen Eltern ganz offen über das Thema sterben reden konnte. Immer wieder suchte meiner Mutter mit mir das Gespräch während ihrer Krankheit, welche sich über 4 Jahre hinzog und der Tod fast täglich präsent war. Sie hatte ganz genaue Vorstellungen was sie wie haben wollte und auch was nicht. Es war ein Abschied nehmen auf Raten. Reden, weinen und die Zeit so gut wie es ging genießen. Alles zusammen im Wechselbad der Gefühle.

Es kam die Zeit um Abschied zu nehmen. Es war der ganzen Familie klar, welchen Weg unsere Mutter jetzt geht und wir leiteten alles ein um auch ihre letzten Wünsche zu erfüllen. So konnte sie in Frieden mit sich selbst, ganz sanft in unseren Armen, in ihrer gewohnten Umgebung einschlafen.

 

Noch am Sterbebett habe ich ihr versprochen: Mutti, wir bleiben in Verbindung, wir werden auf einer anderen Ebene kommunizieren. Damals wusste ich noch nicht wie ich das machen wollte, ich war mir aber sehr wohl bewusst, dass es geht. Sie lächelte nur, und sagte:  „wenn du das sagst“.

Ein Jahr später machte ich eine Ausbildung zum Jenseitsmedium, d.h. ich kommuniziere mit Verstorbenen. Seitdem ist der Kontakt zu ihr, sehr erfrischend, sie hat es nicht geglaubt.

 

Im März zeichnete sich ab, dass auch mein Vater sich auf seinen letzten Weg vorbereitet.

 

Rückblickend betrachtet, waren die Anzeichen schon seit einem Jahr da. Wir fragten uns immer wieder, wo er bloß diese Kraft herholt. Er war ein Mensch, der trotz aller Umstände gerne lebte und das Leben auch genoss.

Er hörte mir immer gerne zu, wenn ich ihm erzählte wie ich die geistige Welt wahrnehme und was uns die Verstorbenen alles zu erzählen haben. Immer wieder sagte er zu mir, dass es ihn sehr beruhigt, dass von mir zu hören, es würde ihm die Gewissheit geben, dass es nach dem Tod weitergeht. Auch sagte er, dass er überhaupt keine Angst vor dem Sterben hat. Was ihn sehr beschäftigte, war, dass er dann nicht mehr bei uns ist. Dieses körperliche, das Fühlen, die Umarmungen, das Reden und einfach das Zusammensein.

 

Diese letzten Wochen haben wir sehr intensiv zusammen verbracht. Hände halten, Umarmungen, miteinander und füreinander da sein. Ja, wir haben uns über die Corona Anweisungen hinweggesetzt. Ganz ehrlich, ich hätte es mir nie verziehen, in diesen Wochen auf Distanz zu gehen.

 

Es kam der Tag, von dem ich wusste, dass er kommen wird, vor dem ich aber auch gleichzeitig so viel Angst hatte. Irgendwie kam er doch viel zu schnell. Er hatte doch das ganze letzte Jahr durchgehalten. Warum sollte das jetzt anders kommen? Wir dachten, dass wir noch so viel Zeit zusammen haben. Es ging mir einfach zu schnell.  Abschied nehmen auf Raten, wie ich es bei Mutti hatte, fehlte.

 

Er sagte einfach, ich kann nicht mehr, ich habe keine Kraft mehr. Wo bitte war der Vater, der immer Hoffnung hatte, der immer wieder Kraft gefunden hat, hin? Er telefonierte mit meinem Bruder und verabschiedete sich. Dann ging es ganz schnell. Ein paar Stunden später ist er in den Armen meiner Schwester und mir eingeschlafen.

 

In seinem Zuhause, in seiner gewohnten Umgebung, so wie er es sich gewünscht hat.

 

Plötzlich ist sie da, diese Leere, diese Sehnsucht, kein Wort mehr möglich und auch keine Umarmungen mehr. Plötzlich sind beide Eltern nicht mehr da.

 

Dann kommen die Tage des Funktionierens und Organisierens und ich habe nicht wirklich Zeit für Trauer. In dieser Zeit treffe ich auf ein paar Menschen, die mir zu verstehen geben, dass es für mich ja sicher nicht so schlimm sei, weil ich ja um die Dinge weiß und ggf mir auch selbst helfen kann. Vor mir tauchen nur Fragezeichen auf.

 

Trauert man nicht oder weniger nur weil man mediale Fähigkeiten hat?

 

Und auch hier bekommst du ein klares NEIN von mir! Auch wenn ich die mediale Gabe habe und Jenseitskontakte geben kann, so habe ich einen Menschen verloren, der ein wichtiger Teil in meinem Leben war. Der Mensch, den ich berühren kann, mit dem ich lachen und weinen kann, mit dem ich erleben kann, ist nicht mehr da. Dieses körperliche ist nicht mehr da, das was das Leben ausmacht. Dieser Verlust, diese Trauer braucht einen Platz im Leben eines jeden Menschen. Die damit verbundenen Gefühle dürfen kommen und gehen. Sie wollen gesehen, gefühlt und angenommen werden.

Ich möchte mich an dieser Stelle aber auch bei den vielen Menschen bedanken, die zugehört haben, die mich gehalten haben, die mit mir geweint haben.

 

Ein Thema liegt mir noch sehr am Herzen. Wir werden irgendwann alle einmal an der Stelle sein, wo wir einen Menschen gehen lassen müssen. Für mich und meine Familie war es sehr hilfreich, dass wir schon frühzeitig, das Thema Tod nicht totgeschwiegen haben. Wir haben offen über alle Dinge gesprochen. Versucht eure Themen zu klären, sprecht miteinander, verzeiht, lebt und liebt. Das erleichtert das Loslassen im Sterbeprozess sehr.

 

Ich habe die Erfahrung bei beiden Elternteilen gemacht, dass sie im Sterbeprozess am Ende sehr schnell loslassen konnten. Es ist meine feste Überzeugung, dass es so „leicht“ (also ohne kämpfen und festhalten) am Ende gehen konnte, weil beide im „Reinen“ waren und loslassen konnten.

 

Und wovon ich auch noch überzeugt bin, wenn Du es einrichten kannst, ist es das schönste Geschenk was man einem Sterbenden machen kann, wenn dieser Zuhause in seinem gewohnten Umfeld gehen kann.

 

Ich weiß, dass das nicht jeder realisieren kann, aber für die wo es möglich ist, wäre es schön.

 

Auch ich habe vorher gedacht, dass ich das nicht kann und auch nicht schaffen werde. Jetzt im Nachhinein, ist es eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte und sie löst bei mir und meiner Familie ein beruhigendes Gefühl aus.

 

Wenn Du Fragen zum Thema Sterben, Tod und Jenseitskontakte hast, kannst du mich gerne kontaktieren.

 

 

 

In diesem Sinne, lebt und liebt.